Abschließend möchte ich teilweise für mich, teilweise für Euch einige Gedanken zusammenfassen, die ich (wir) auf der Reise gesammelt habe(n).
Es ist nach wie vor sehr einfach und empfehlenswert, selbstorganisiert in den USA zu reisen. Die Menschen sind einfach extrem freundlich und hilfsbereit, aber auch eher oberflächlich und im Horizont eingeschränkt. Man kommt mit ihnen leicht ins Gespräch und hört die die Frage "Where are you from?" fast genau so oft, wie die Phrase "How are you doing, today?" zur Begrüßung.
Die Preise sind überall extrem in die Höhe gegangen. Hat man vor der Pandemie in den Ketten-Motels noch für um die 50 Dollar pro Zimmer (teilweise mit Frühstück) übernachtet, sprechen wir nun von um die 90 bis 100 Dollar. In den Touristenmetropolen (Moab, Escalante usw.) sogar fast 200 Dollar. Gleiches gilt für das Tanken. Noch vor vier Jahren lag der umgerechnete Literpreis bei rund 0,50 EUR. Dieses Jahr haben wir durchschnittlich 1,02 EUR bezahlt. Und natürlich gilt das auch fürs Essen. Ein Combo-Meal bei den einschlägigen Ketten (z.B. Arby´s, Wendy´s, McD) bekommt man nicht mehr unter 10 Dollar. Verschlimmert wird der Effekt durch den schlechten Umrechnungskurs (früher 1,50 Dollar je EUR, jetzt 1,09 Dollar je EUR).
Trotzdem kann ich die Staaten all denen ans Herz legen, die unkompliziert atemberaubende Landschaften und die besondere Lebensart genießen möchten. Dazu noch einige Tipps aus eigener Erfahrung:
An der Ost- und Westküste ist es absolut ausreichend, einen "normalen Mietwagen (ab Golfklasse) zu buchen. Sollte man jedoch Touren in den Staaten Utah, Arizona und Nevada buchen, sollte man auf große Bodenfreiheit und Allrad achten. Sämtliche Trail in der Wildnis sind nur über so genannte Gravel Roads (unbefestigte Schotterstraßen zu erreichen). Selbst in einigen Nationalparks (z.B. Canyonlands und Capitol Reef) gibt es diese Schüttelpisten. Insofern schränkt man sich mit dem falschen Auto extrem ein. Also lieber 200 EUR drauflegen und sorgenfrei reisen.
Besorgt euch eine US-Sim-Karte mit Internet-Datenvolumen. Außer vodafone hat derzeitig kein deutscher Provider sinnvolle und erschwingliche US-Tarife. Da hilft eine US-Sim extrem weiter. Ich habe sie in Deutschland für 38 EUR erworben. Damit hatten wir 6 GB Daten (für die Google-Navigation) und eine weltweite Flatrate ins Festnetz. Die Gespräche in weltweite Mobilfunknetze war auf 10 EUR /ca. 100 Minuten) beschränkt.
Und nun der Geheimtipp für Ersttäter in den Westen bzw. mittleren und südlichen Westen. Kauft Euch bei Walmart eine solche Kühlbox mit Deckel:
Die Dinger gibts bei Walmart für rund 6 Dollar. Nehmt euch einen Plastikbeutel und füllt ihn täglich vor Abreise mit frischen Eiswürfeln aus der Eismaschine. Die ist wirklich in jedem, noch so abgeranzten, Motel vorhanden:
Diese Tüte legt Ihr dann als erstes in die Box und packt dann eure Getränke oder Speisen darauf.
Mit geschlossenem Deckel bleibt darin alles so kühl, wie Ihr es am Morgen aus dem Kühlschrank genommen habt, egal wie lang das Auto in der Sonne steht.
Abschließend kann ich sagen, dass wir die Auszeit sehr genossen haben. Zwar hat es diesmal fast vier Tage gedauert, bis ich mich darauf einlassen konnte, die Fotos und Eindrücke haben aber dabei geholfen.
Zum Ende noch der Dank an alle, die uns in Form des Mitlesens auf dieser Reise begleitet haben. Ich hoffe, der ein oder andere möchte auch noch ein paar Fotos mehr sehen.
Und auch noch ein ganz persönlicher Gedanke von mir: Als Deutscher neigt man eher dazu, die Einstellung und Lebensphilosophie anderer Menschen zu bewerten, sofern sie von der eigenen abweicht. In meinen nun mittlerweile acht Besuchen in den USA habe ich zahlreiche Gespräche mit Amerikanern geführt und eine andere Sicht auf die Dinge. Zwar könnte die Bildung an vielen Stellen besser sein, jedoch liegen unterschiedliche Philosophien auch in den unterschiedlichen Einflüssen und Lebensweisen. Uns steht es gut zu Gesicht, diese kritisch zu hinterfragen, jedoch nicht oberlehrerhaft abzuwerten. Wir sind nicht anderen überlgen, nur weil wir z.B. meinen das bessere Gesundheitssystem zu haben...
Ich hoffe sehr, dass es nicht der letzte Besuch dieser Art war und möchte nun zum Abschied mit den landestypischen Worten schließen: "Have a good one!"






Danke für die vielen schönen Eindrücke!
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