Auf Grund unseres Sicherheitsbedürfnisses klingelte der Wecker bereits um 05:30 Uhr. Dadurch hatten wir entspannt Zeit, die Koffer zu packen und zu wiegen sowie in aller Ruhe das reichhaltige Frühstück im Strat Café einzunehmen. Bacon, Toast, Rührei und Sirup haben wir langsam satt. Nach einer kurzen Ruhephase machten wir uns auf zum Flughafen. Nach einem kurzen Tankstopp mussten wir uns von unserem treuen Kameraden „Black Rubi“ trennen. Er hat uns zuverlässig gute Dienste geleistet. Die Abgabe war wie immer unkompliziert: Wagen abstellen, Schlüssel drin lassen, Gepäck ausräumen, Receipt entgegennehmen und gut is.
Im Terminal angekommen konnten wir den Self-Dop-Off nutzen, so dass wir relativ schnell durch waren. Nun die Sicherheitskontrolle…ich hatte mich schon gewundert, dass wir bislang von Sonderkontrollen verschont wurden und das trotz umfangreichem Kamera-Zubehör sowie einer Drohne und Akkus. Aber diesmal nicht. Mein Rucksack hatte es einer Sicherheitsfachkraft angetan und musste nun gründlich inspiziert werden. Offensichtlich hatte sie noch nie eine Drohne gesehen…sie war mit den Steuersticks (ja die sind aus Metall und etwas zackig) überfordert. Nach drei Rückfragen bei einer Fachkraft war es dann ok und wir hatten noch gute 1,5 Stunden Zeit.
Die 24 Jahre alte Maschine (Tailnummer N555NW) war komplett ausgebucht und wir hatten zwei Gangplätze nebeneinander. Neben mir saß ein älteres Ehepaar, das mich beim hinsetzen schon mit großen Augen ansah. Als ich mich gesetzt hatte tuschelten sie sich etwas auf deutsch zu. Also habe ich flapsig gesagt, dass wir dann ja unkompliziert kommunizieren könnten. Die Folge war ein 3,5-stündiges Dauergespräch mit den beiden, bei dem wir einige Schnittpunkte feststellten. Sie kamen aus Euba (bei Chemnitz), haben einen Sohn der in den USA lebt und haben viele Hobbies. Nachdem wir geklärt hatten, dass beide für die AOK plus arbeiten und wir eine gemeinsame Bekannte in unserer Firma haben, war des Gelächter groß. Der Flug war sehr unterhaltsam (jedenfalls für mich). Christoph hatte sich für die filmische Unterhaltung entschieden.Da wir in Detroit nur 1:07 Stunden Umsteigezeit hatten, wurde es am Ende noch einmal spannend. Aber sowohl wir als auch unser Gepäck hat es geschafft. Der Airbus (Tailnummer N852NW) war ebenso heruntergerockt und etwas unsauber. Kannte ich von Delta bisher nicht.
Die Langstecke war lang und ohne Highlights. Nach ein paar Videos, etwas Essen und viel zu wenig Schlaf landeten wir pünktlich in Frankfurt.
Da der Skytrain des neuen Terminal 3 nicht einmal einen Monat funktioniert hat mussten wir uns einen Bus zum Terminal 1 suchen, so dass unser Weg zum Bahnhof noch einmal in etwas sportlicher Betätigung endete. Aber Christoph – das Tier- hat die Pace gemacht und wir haben es daher knapp geschafft. Nun sitzen wir im Zug nach Leipzig. Prost!Da es für Christoph der erste derartige Urlaub war, überlasse ich ihm gern das obligatorische Fazit:
Ja wo fange ich da an. Es fällt einem echt schwer seine Gedanken bei all den Erlebnissen und Erfahrungen zu ordnen. Angefangen beim Flug, welcher in diesen Dimensionen mein erster im Leben war, war ich überwältigt, welche Prozesse wie ein Uhrwerk laufen, um überhaupt erst einmal einchecken zu können. Vor allem der Sondersecurity Check (da ich das erste Mal in die USA gereist bin), welcher noch am Flughafen Frankfurt durchgeführt wurde hat mich beeindruckt. Nicht nur, dass ich mich halb nackig machen musst und mein Gepäck auseinandergenommen wurde, nein auch der zackige Ton der Sicherheitsmitarbeiter war schon erstaunlich (wenn man sie dann auch verstanden hat). Dafür war dann die Beamtin in Detroit bei der Einreisebefragung sehr freundlich. Ich durfte ihr sogar u. a. verraten, was ich beruflich mache. In Las Vegas angekommen, hat sich dann das bestätigt, was man so aus Film und Fernsehen kennt – alles sehr groß, sehr laut und viele Lichter. Mehr dazu am Schluss. Das Kontrastprogramm die nächsten Tage dazu, Natur, Natur und Natur hat meine Erwartungen zu 1000 % erfüllt. Ich hatte es mir schon irgendwie gewaltig vorgestellt aber das mit eigenen Augen zu sehen, einfach unbeschreiblich. Ich habe viele Fotoaufnahmen gemacht aber die Bilder können die Dimensionen nicht transportieren, welche in diesen Momenten auf einen einwirkten. Erstaunt war ich wie viele Kilometer wir zu Fuß durch die Wildnis gestapft sind, um die 30 KM (es könnten aber auch noch mehr sein, mein Tracker lief nicht immer mit). Daniel hatte die Ausflüge im Voraus sehr gut geplant und organisiert. Unter dem Motto alles kann nichts muss, sagte ich natürlich zu fast allem ja.
Was für mich sehr gewöhnungsbedürftig war, ist beim Shoppen die Preisgestaltung. Der Preis der angezeigt wird, ist meistens nicht der Endpreis. Surprise, surprise heißt es dann an der Kasse, wenn man sieht, was einem von der Kreditkarte gekratzt wird. Daniel hat mir erklärt, dass jeder Bundesstaat Steuerautonomie besitzt und die Steuern und Abgaben in jedem Bundessstaat daher unterschiedlich sind.
Wo ich auch noch enormen Nachholbedarf sehe ist das Frühstück inkl. Kaffee. In Sachsen würde man zu der schwarzen Brühe Blümchenkaffe in der extended Version sagen. Das Wasser ist maximal an Kaffeebohnen vorbei gerauscht, ungenießbar. Aber auch an die festen Zutaten des Frühstücks könnte ich mich nicht gewöhnen. In fast jedem Hotel das Gleiche – aufgetautes Pulverrührei, Würstchen von komischer Konsistenz und French-Toast. Nach einer Woche war Schluss mit lustig, ich mochte nicht mehr. Mein Körper wehrte sich mittlerweile auch schon dagegen.
Beim Thema Sprache hat sich das bestätigt, was ich vermutet hatte – I can english as well, aber bitte nicht so schnell. Die Geschwindigkeit und teilweise auch der Slang machte es für mich manchmal etwas schwierig, die Worte die ich eigentliche kenne, auch zu verstehen. Meine Synapsen arbeiten da nicht mehr so schnell wie früher. Aber zum Glück war Daniel da stets ein guter Übersetzer.
Eines meiner Highlights waren die Versuche, die Milchstraße zu fotografieren. Irre, zwei Typen mitten in der Nacht an den abgelegensten Orten der Welt, die versuchen das Universum bildlich einzufangen. Abgesehen vom Wind kein Ton, kein Auto, kein Tier, einfach absolute Stille. Da wird einem bewusst, wie klein der Mensch eigentlich ist. Ein Sandkorn im Universum.
Was mir in Erinnerung bleiben wird, ist wie dort teilweise mit alltäglichen Dingen lockerer umgegangen wird oder organisiert und durchdacht ist, als hier in Deutschland. Vielleicht ist weniger dann doch manchmal etwas mehr, um schneller voranzukommen.
Der Abschluss in Las Vegas war zum einen unbeschreiblich und hat zum anderen aber auch nachdenklich gemacht. Gewinner und Verlierer der Gesellschaft nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Protzige Hotelbauten, mit Prunk und Raffinesse und Glücksritter, die in den Casinos schon ab früh Morgens mit den Spielautomaten zu einer Einheit verschmolzen. Aber am Ende gewinnt immer nur die Bank.
Alles in Allem war es durch und durch eine gelungene Reise, mit Megaeindrücken und viel Spaß und Gaudi abseits der Wanderungen und Roadtrips. Ein Land voller Gegensätze, die es erst interessant machen und die verschiedenen landschaftlichen Gegebenheiten bleiben in Erinnerung. Ich bin mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal hier war.
P.S.: Breakimg News: Die Walmart-Kopie des berühmten Magen-Medikaments Pepto-Bismol (treue Leser werden sich erinnern) kommt jetzt ohne den künstlichen Farbstoff aus und schmeckt daher deutlich angenehmer. Also dann, schmecken lassen!





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