Ihr kennt das sicherlich: Wenn man monatelang auf einen Urlaub hinarbeitet, der etwas Besonderes sein soll, freut man sich wie ein Schnitzel, wenn es dann endlich los geht. Man strahlt die Freude aus jeder Pore heraus und jeder kann es sehen. Das war natürlich auch bei Karin und Gert der Fall:
Aber Spaß beiseite. Los ging es pünktlich mit dem ICE um 15:33 Uhr ab Leipzig nach Frankfurt. Wer den Blog kennt weiß, dass unsere Anreisen immer etwas abenteuerlich verlaufen. Diesmal war es anders. Es hat (dank meiner perfekten Vorbereitung) alles funktioniert. Wir kamen pünktlich an, das Hotel war ok und die Nacht kurz.
Unser Flug sollte bereits um 7:00 Uhr in Richtung Amsterdam starten, so dass unser Tag bereits gegen 3:30 Uhr begann und wir uns zu Fuß die 1.200 Meter in Richtung Flughafen aufmachten. Nach 20 Minuten war auch dieser Weg erledigt und wir konnten das Gepäck loswerden. Der Rest verlief (vorerst) unspektakulär: Sicherheitskontrolle, Sprengstofftest für Heiko und mich, Leibesvisitation mit Griff an den S… für Gert und der Verlust von Karins Boardkarten. Aber auch das konnte uns nicht aufhalten, da ich natürlich vorab Kopien gemacht hatte. Angekommen im Flugzeug passierte eine ganze Zeit nichts. Eine Passagierin, nennen wir sie Frau Holiday (kein Scherz) hatte sich wohl im Terminal verlaufen. So war ihr Gepäck zwar im Flugzeug, sie jedoch nicht. Erfahrene Reisende wissen was das heißt: Seit dem Absturz des Air-India Fluges 182 am 23.06.1985 dürfen keine Gepäckstücke in Flugzeugen transportiert werden, wenn die Passagiere nicht geboarded sind. In aller Kürze heißt das: der Koffer muss gesucht, gefunden sowie wieder entladen werden…und das dauert nun mal seine Zeit. Dann gings aber los:
Allerdings konnte uns die Verspätung nicht schocken. Dank einer Mamut-Leistung meiner Eltern (76 und 80 Jahre jung) schafften wir den Anschluss in Amsterdam. Für die, die dieses Flughafenmonster nicht kennen, hier die Daten: von Gate-Bereich B zum Gate F9 sind es 2,5 Kilometer, kombiniert mit tausenden von Menschen sowie einer Passkontrolle. Aber kein Thema für die Maschinen Karin und Gert. In 45 Minuten war der Umstieg geschafft und wir konnten uns auf unseren 9-stündigen Flug nach Salt Lake City in der Premium Comfort Class von Delta Airlines freuen. Der Flug verlief ruhig und bequem. Wir hangelten uns vom Begrüßungssnack über die Hautmalzeit zu einem Zwischengang mit Crackern, weiter über das Mid-Flight-Meal zum Pre-Landing-Snack. Kurz gesagt: wir haben eigentlich nur gegessen und getrunken. Hier ein paar Impressionen:
Gelandet in SLC wurde es dann spannend: Die Immigration stand auf dem Plan. Im Zuge der politischen Situation hat man bei uns ja viele Horrorgeschichten über Zurückweisungen, Abschiebehaft und Querelen der Grenzbeamten, auch gegenüber deutschen Touristen, gehört. Dadurch stieg natürlich die Aufregung bei uns. Hinzu kam, dass Karin und Gert kein Wort Englisch sprechen. Halt! Stopp! Das stimmt gar nicht: Karin hat während des Fluges ihre ersten englischen Phrasen gelernt und sich beim Flugpersonal jedes Mal freundlich mit „Sääänkjuhh“ bedankt. Aber ich schweife ab…Nun können wir sagen: „Alles totaler Schwachsinn!“. Heiko und ich haben bereits vielfältige Erfahrungen mit der Customs- and Border-Protection gemacht, viele Fragen beantwortet und meist lange und geduldig gewartet. Diesmal nicht… Der gesamt Einreiseprozess, vom Anstellen an der Schlange bis zum heiß ersehnten Satz des Officers „Welcome tot he United States!“ hat diesmal keine zehn Minuten gedauert. Von Gert und mit wollte man nicht einmal Fingerabdrücke haben. Es war noch nie so einfach und unkompliziert.
Danach ging es zu einer weiteren Sicherheitskontrolle: Schuhe aus, Gürtel ab, Körperscan und Einzelkontrolle von Gerts Handgepäck (ich hatte ihm meine Drohne ins Handgepäck geschmuggelt). Dann konnten wir kurz entspannen bevor unser 50-minütiger Inlandsfug von SLC nach Las Vegas startete. Dabei gab es noch eine kurze Aufregung, da uns das System Plätze am Notausgang zugewiesen hatte. Diese mussten wir räumen, da jeder Passagier, der am Notausgang sitzt im Falle eines Notfalls Englisch sprechen und verstehen sowie den übrigen Passagieren helfen muss.
Dann waren wir endlich in Las Vegas angekommen. Sin City begrüßte uns freundlich mit molligen 105 Fahrenheit (41 Grad Celsius) um 16:30 Uhr Ortszeit.
Danach ging es noch zum Mietwagenterminal und zu Walmart bis wir schließlich nach weiteren dreieinhalb Stunden das Hotel erreichten. Fotos vom Auto und der Unterkunft folgen.
Am Ende waren wir ziemlich genau 24 Stunden auf den Beinen und unsere Eltern haben das knallhart durchgezogen. Kein Murren, kein Klagen, nichts. Das hat mich extrem beeindruckt. Vielen Dank an Euch!
Hier noch die Bilanz des Tages:
Morgen geht es in den Zion und Bryce Canyon, bevor wir uns aus Springville in Utah wieder melden. Seit gegrüßt aus St. George, Utah.















Ich musste so lachen bei der „ Freude wie ein Schnitzel“ und den Gesichtern von euren Eltern!
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