Freitag, 30. Juni 2023

14. Epilog

Abschließend möchte ich teilweise für mich, teilweise für Euch einige Gedanken zusammenfassen, die ich (wir) auf der Reise gesammelt habe(n). 

Es ist nach wie vor sehr einfach und empfehlenswert, selbstorganisiert in den USA zu reisen. Die Menschen sind einfach extrem freundlich und hilfsbereit, aber auch eher oberflächlich und im Horizont eingeschränkt. Man kommt mit ihnen leicht ins Gespräch und hört die die Frage "Where are you from?" fast genau so oft, wie die Phrase "How are you doing, today?" zur Begrüßung. 

Die Preise sind überall extrem in die Höhe gegangen. Hat man vor der Pandemie in den Ketten-Motels noch für um die 50 Dollar pro Zimmer (teilweise mit Frühstück) übernachtet, sprechen wir nun von um die 90 bis 100 Dollar. In den Touristenmetropolen (Moab, Escalante usw.) sogar fast 200 Dollar. Gleiches gilt für das Tanken. Noch vor vier Jahren lag der umgerechnete Literpreis bei rund 0,50 EUR. Dieses Jahr haben wir durchschnittlich 1,02 EUR bezahlt. Und natürlich gilt das auch fürs Essen. Ein Combo-Meal bei den einschlägigen Ketten (z.B. Arby´s, Wendy´s, McD) bekommt man nicht mehr unter 10 Dollar. Verschlimmert wird der Effekt durch den schlechten Umrechnungskurs (früher 1,50 Dollar je EUR, jetzt 1,09 Dollar je EUR).

Trotzdem kann ich die Staaten all denen ans Herz legen, die unkompliziert atemberaubende Landschaften und die besondere Lebensart genießen möchten. Dazu noch einige Tipps aus eigener Erfahrung:

An der Ost- und Westküste ist es absolut ausreichend, einen "normalen Mietwagen (ab Golfklasse) zu buchen. Sollte man jedoch Touren in den Staaten Utah, Arizona und Nevada buchen, sollte man auf große Bodenfreiheit und Allrad achten. Sämtliche Trail in der Wildnis sind nur über so genannte Gravel Roads (unbefestigte Schotterstraßen zu erreichen). Selbst in einigen Nationalparks (z.B. Canyonlands und Capitol Reef) gibt es diese Schüttelpisten. Insofern schränkt man sich mit dem falschen Auto extrem ein. Also lieber 200 EUR drauflegen und sorgenfrei reisen.

Besorgt euch eine US-Sim-Karte mit Internet-Datenvolumen. Außer vodafone hat derzeitig kein deutscher Provider sinnvolle und erschwingliche US-Tarife. Da hilft eine US-Sim extrem weiter. Ich habe sie in Deutschland für 38 EUR erworben. Damit hatten wir 6 GB Daten (für die Google-Navigation) und eine weltweite Flatrate ins Festnetz. Die Gespräche in weltweite Mobilfunknetze war auf 10 EUR /ca. 100 Minuten) beschränkt. 

Und nun der Geheimtipp für Ersttäter in den Westen bzw. mittleren und südlichen Westen. Kauft Euch bei Walmart eine solche Kühlbox mit Deckel:

Die Dinger gibts bei Walmart für rund 6 Dollar. Nehmt euch einen Plastikbeutel und füllt ihn täglich vor Abreise mit frischen Eiswürfeln aus der Eismaschine. Die ist wirklich in jedem, noch so abgeranzten, Motel vorhanden:

Diese Tüte legt Ihr dann als erstes in die Box und packt dann eure Getränke oder Speisen darauf. 

 



Mit geschlossenem Deckel bleibt darin alles so kühl, wie Ihr es am Morgen aus dem Kühlschrank genommen habt, egal wie lang das Auto in der Sonne steht.

Abschließend kann ich sagen, dass wir die Auszeit sehr genossen haben. Zwar hat es diesmal fast vier Tage gedauert, bis ich mich darauf einlassen konnte, die Fotos und Eindrücke haben aber dabei geholfen.

Zum Ende noch der Dank an alle, die uns in Form des Mitlesens auf dieser Reise begleitet haben. Ich hoffe, der ein oder andere möchte auch noch ein paar Fotos mehr sehen. 

Und auch noch ein ganz persönlicher Gedanke von mir: Als Deutscher neigt man eher dazu, die Einstellung und Lebensphilosophie anderer Menschen zu bewerten, sofern sie von der eigenen abweicht. In meinen nun mittlerweile acht Besuchen in den USA habe ich zahlreiche Gespräche mit Amerikanern geführt und eine andere Sicht auf die Dinge. Zwar könnte die Bildung an vielen Stellen besser sein, jedoch liegen unterschiedliche Philosophien auch in den unterschiedlichen Einflüssen und Lebensweisen. Uns steht es gut zu Gesicht, diese kritisch zu hinterfragen, jedoch nicht oberlehrerhaft abzuwerten. Wir sind nicht anderen überlgen, nur weil wir z.B. meinen das bessere Gesundheitssystem zu haben...

Ich hoffe sehr, dass es nicht der letzte Besuch dieser Art war und möchte nun zum Abschied mit den landestypischen Worten schließen: "Have a good one!"

13. Tag: Ab nach Hause

 Nach Verschiebung unseres Fluges auf 21:30 Uhr hatten wir genügend Zeit, die drei Stunden Fahrt nach Salt Lake City hinter uns zu bringen und gleichzeitig noch ein wenig Sight Seeing zu machen. Auf dem Weg hatten wir sogar noch das Glück, an einer verlassenen Autowerkstadt mit Tanksäulen vorbei zu kommen. Als Entschädigung für die nicht gefundene am Vortag, konnten wir uns diese nicht entgehen lassen:



Da Heiko gern Frauenschuhe kauft (nicht auf Grund eines Fetishes sondern vielmehr im Interesse des heimischen Familienfriedens), machten wir noch einen Stopp im Sketchers Outlet. Zwischenzeitlich plagte uns ein derartiger Hunger, so dass wir auch noch einmal ins örtliche Panda Express einritten. Dort sind die Arbeitsbedingungen offensichtlich besser, als im bereits gezeigten McDonnalds:


 Danach ging es ins Parkhaus in der Nähe des Temple Square. Dort befindet sich das Epizentrum der Glaubensgemeinschaft der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“, umgangssprachlich bekannt als Mormonen. Mit der Erfahrung aus etlichen deutschen Parkhäusern war ich skeptisch, inwieweit die Größe eines Jeep Gladiators mit der Einfahrt und dem Parkraum kompatibel ist. Mit etwas Angstschweiß, hier der Beweis, dass es geht:

Leider verlief der Stadtbesuch nicht so, wie wir ihn erwartet hatten. Der Tempel von Salt Lake City sollte ungefähr so aussehen (Quelle: Wikipedia):

Groß war unsere Enttäuschung als wir hörten, dass das gesamte Gelände bis 2026 komplett sanier wird. Insofern sah der Tempel bei unserem Besuch so aus:

Damit hatte sich unser Plan erledigt. Da wir aber immer noch sechseinhalb Stunden bis zum Abflug hatten, musste eine Alternative her. Da lag nur ein Ort auf der Hand, der sich zufällig auch in Flughafennähe befindet: der namensgebene große Salzsee. Nach 20 Minuten Fahrt waren wir am Ziel:


Allein auf Grund des fehlenden Abflusses und der reinen Wasservedunstung hat der See einen Salzgehalt von ca. 15% (Zum Vergleich: Ozeane: 3%; totes Meer: 30%).

Danach ging es aber wirklich zu Flughafen. Abgabe unseres teuren Begleiters, Check In und Security Check verliefen ohne Highlights. Relativ pünktlich kam unser Transportmittel:

Leider hat die Boeing 787 ihrem Spitznamen "Nightmareliner" wieder alle Ehre gemacht. Um besser schlafen zu können hatte ich gegen Aufpreis extra die Plätze an einem Notausgang gebucht. Zwar war die Beinfreiheit traumhaft:

Jedoch waren die Sitze bei der üblichen 3-3-3 Bestuhlung derart eng, dass man sich kaum sitzen konnte. Es war der Horror. Nicht zu empfehlen. Wir hätten für den Rückflug auch Delta buchen sollen. Der Airbus 330neo mit 2-4-2 hatte deutlich mehr Platz.

Der Rest verlief ohne Probleme. Den Anschluss in Amsterdam sowie die Bahn in Berlin haben wir bekommen.


Dienstag, 27. Juni 2023

12. Tag: Die Heimat ruft

Mit großen Schritten nähern wir uns dem Ende unseres Abenteuers. Zum Abschluss des letzten kompletten Urlaubstages hatten wir noch eine Wanderung auf unserer Liste: den "Red Reef"-Trail. Auch diesen haben wir 2019 schon einmal bewandert. Da damals der gesamte Fluss ausgetrocknet war, wollten wir es noch einmal versuchen. Leider war auch diesmal weit und breit kein fließendes Wasser zu sehen. Allerdings waren die Pools noch recht gut gefüllt, so dass wir einige schöne Spiegelungen einfangen konnten:



Bevor es zu unserem letzten Hotel gehen sollte, hatten wir uns noch eine verlassene Tankstelle mit Oldtimer vorgenommen. Bereits bei der Internet-Recherche waren nur vage Ortsangaben zu finden. Und so kam es, wie es kommen musste: wir haben sie nicht gefunden und mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. 

Damit der Post an dieser Stelle noch nicht zu Ende ist, habe ich bei unserem Walmart Besuch noch einige Fotos gemacht. Man sieht, dass der 4. Juli vor der Tür steht:



Und hier mein Lieblingsartikel...man stelle sich sowas mal in Deutschland vor....Patriotische Salzbrezeln in Schwarz, Rot und Gold...

Zwischenzeitlich haben wir unsere Koffer wieder reisefertig gemacht. Leider hat sich KLM bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass sich unser Interkontinentalflug verspäten wird. Da wir in Amsterdam damit unseren Umstieg nicht mehr schaffen, wurden wir auf einen späteren Flug umgebucht. Es wird also wieder einmal etwas länger dauern. Wenn alles klappt, sind wir am Donnerstag gegen 23:00 Uhr am Leipziger Hbf.

Nach Ankunft werde ich noch ein kleines Fazit und ein paar Road-Trip-Tipps verfassen. Es lohnt sich also, weiterzulesen...


Montag, 26. Juni 2023

11. Tag: Auf der Cottonwood Canyon Road

Mit großen Schritten nähern wir uns dem Ende unseres kleinen Road-Trips. Noch zwei Tage, dann gehts wieder heim. Aber keine Zeit für Sentimentalitäten, hier unser heutiger Bericht.

Der Weg zu unserem heutigen Tagesziel "Kanab" führte uns über die "Cottonwood Canyon Road". Dabei handelt es sich um eine 75 Kilometer lange, unbefestigte Schotterstraße, die durch ein landschaftlich reizvolles Gebiet führt.



 Erste Station war das Grosvvenor Arch, ein 45 Meter hoher, doppelter Felsbogen. Der größere der beiden Bögen hat einen Durchmesser von fast 30 Metern:



Weiter ging es die übrigen 60 Kilometer durch felsiges Gebiet. Wir legten noch einen kurzen Foto-Stop bei den Cottonwood-Narrows ein:



 Auf Grund des heißen Wetters mussten wir unsere Wanderung zum "Yellow Rock" ausfallen lassen. Hierfür wäre ein steiler 200 Meter-Aufstieg notwendig gewesen, den wir nicht verantworten konnten. Also suchten wir uns eine Alternative und wurden fündig: "The Nautilus". Diese spiralförmige Felsformation trägt diesen Namen, da man beim Hinabsteigen das Gefühl hat, eine überdimensionale Muschel zu erkunden:

 

Danach ging es zügig weiter nach Kanab. Als Belohnung für die letzten Tage nutzen wir das sonnige Wetter und statteten dem Pool unseres Hotels einen Besuch ab:



Das sollte es für heute gewesen sein. Da die Auswahl an Restaurationen hier eher begrenzt ist, ging es zum Dinner noch einmal zu Wendy´s. Morgen machen wir uns auf den Rückweg nach Salt Lake City. Auf Grund der langen Strecke stoppen wir noch einmal auf halben Wege in Richfield.

Sonntag, 25. Juni 2023

10. Tag: Two arches and the milky way

 During a phone call, my parents gave me the idea, to write todays post in English. That's how it should be.... 

We got up at 12:30 am. Heiko and I had the idea for another try photographing the milky way. So we drove 40 kilometers down the Hole-In-The-Rock-Road to "Devils Garden". Loyal followers will know this area from our trip in 2019. But enough of the preamble, here is the result:


After that an the way to the motel, we fell into bed until 9:00 am. The breakfast was very sparse, only a muffin with a coffee:

But now I don't feel like it anymore and continue writing in German...

 Interessierte Mitreisende wird es aufgefallen sein, dass wir neben Wasserfällen und Aussichten sehr gern Steinbögen (so genannte Arches) fotografieren. Da diese bislang zu kurz gekommen sind, machten wir uns heute auf Reise, dies zu ändern. Ganze 60 Kilometer mussten wir hierfür auf der unbefestigten Hole-In-The-Rock-Road zurück legen. Auf Grund des schlechten Straßenzustandes haben wir für Hin- und Rückfahrt jeweils zwei Stunden gebraucht. Wiir wurden also vier Stunden kräftig durchgeschüttelt.

Angekommen am Startpunkt der Wanderung sollte es für rund zwei Kilometer querfeldein (oder auf English: square-field-one) in Richtung der Arches gehen. Bei über 35 Grand Celsius und keinerlei Schatten, eine echte Herausforderung für Mensch und Material:


Nach einer Stunde kamen wir am "Sunset Arch" an:


Und wo ein Sunset, ist ein Sunrise auch nicht weit. Genauer gesagt rund 500 Meter weiter ging die Sonne wieder auf. Das "Sunrise Arch" ist zwar nicht ganz so fotogen, soll hier aber dennoch gezeigt werden:

Danach ging es die rund zwei Kilometer zurück zum Auto. Bevor wir uns jedoch wieder der zweistündigen Schüttel-Tour aussetzten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zur:


Der "Dance Hall Rock" ist ein über 30 Meter hoher Sandstein in Form eines Amphi-Theaters. Die Mormonen nutzen dieses Naturwunder während der Besiedlung des Gebietes auf Grund der guten Akustik tatsächlich als Tanzsaal. 


Das sollte aber unsere letzte Station des heutigen Tages sein. Danach ging es über das örtliche Subway-Restaurant zurück ins Motel. Der Schlafmangel machte sich nun doch bemerkbar. Morgen fahren wir zu unserer vorletzten Station: Kanab. Bis später!

Samstag, 24. Juni 2023

9. Tag: Kurz und gut

 Unter diesem Motto standen die heutigen zwei kurzen Wanderungen. Man muss eben nicht immer weite Wege gehen, um kleine Juwelen zu finden. Aber fangen wir von vorn an.

Gegen 8.00 Uhr genossen wir unser reichhaltiges Frühstück im Days Inn Torrey. Da ich gestern bereits ausreichend Vitamine zu mir genommen hatte, verzichtete ich heute auf Obst. Danach ging es los zu unserem nächsten Etappenziel: Escalante. Auf dem Weg dorthin kamen wir zufällig am Singletree Waterfall vorbei...naja was soll ich sagen...wir mussten einfach anhalten. Die Wanderung sollte nur 0,5 Meilen lang sein. Problem dabei: es waren 30 Grad, wir bewegten uns auf rund 2.500 Höhenmetern und mussten auf der kurzen Strecke eine Höhendifferenz von über 200 Metern bewältigen. Besonders der Rückweg tat weh. Hier ein paar Eindrücke:




Auf dem weiteren Weg kamen wir an zwei kleine Lost Places vorbei...auch da muss man einfach anhalten:



Auf Grund der geringen Entfernung unseres Start- und Zielortes hatten wir noch ein wenig Zeit. Eine kurze Internet-Recherche verriet uns, dass wir uns zufällig in der Nähe des "Singing Canyons" befanden. Seinen Namen trägt die kleine Schlucht deshalb, weil die Besucher beim Hineinwandern häufig singen und der Canyon dies mit einem Echo erwidert. Wir waren still!



Und was fehlt noch, damit alle Klassiker der letzten Tage sich auch in diesem Post wieder finden? Treue Leser werden es schon wissen.....Aussichten! Also sind hier noch zwei, die uns am Wegesrand vor die Linse gesprungen sind:


Nach der Ankunft haben wir erst einmal ein wenig regeneriert. Dabei durfte ich auf der Veranda des Motels mein neues Lieblingsgetränk genießen: Dr. Pepper Strawberry & Cream:

Unser Lunch gabe es heute in den Escalante Outfitters, ein Outdoorgeschäft in dem man Wohnen, Campen und Essen kann. Die Pizza war eine der leckersten, die ich je essen durfte:


Das soll es für heute gewesen sein, wir melden uns morgen wieder und wünschen uns eine gute Nacht.